Vonovia: Wachstumsstrategie mit Schattenseiten
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Rekordhöhe an Mietsteigerungen
In der heute vorgestellten Halbjahresbilanz 2025 verkündet der Konzern eine Steigerung seiner Gewinne um 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Auffallend sind die hohen Mietsteigerungen und die anhaltend hohe Verschuldungsquote von Vonovia, die mit 47,3 Prozent über der Zielmarke von 45 Prozent liegt. Auch legten die Investitionen zu. Deutlich höher stiegen die Investitionen in Modernisierungen (+ 51,4 Prozent) als in Instandhaltungen (+ 7,3 Prozent).
„Die zusätzlichen Gewinne kommen in der Regel aus dem Geldbeutel der Mieter. Investitionen in Modernisierung können auf die Mieter umgelegt werden. Energetische Modernisierungen sind deshalb in vielen Fällen bereits nach 12 Jahren von den Mietern bezahlt. Die Modernisierungsumlage bleibt auch in den Folgejahren bestehen. Auch den Austausch von Rauchmeldern lässt sich der Konzern von seinen Mietern bezahlen. Da die neuen Geräte umstrittene Zusatzfunktionen beinhalten, gilt der Austausch laut Vonovia als Modernisierung,“ erläutert Hans-Jochem Witzke, Vorsitzender des Deutschen Mieterbundes NRW.
Die Rekordhöhe an Mietsteigerungen im Jahr 2024 setzt Vonovia fort. Im ersten Halbjahr 2025 stiegen die Mieten um 4,4 Prozent. Vor allem bei Bestandsmietern geht Vonovia rücksichtslos vor und lässt sich durch Niederlagen vor Gericht, wie jüngst in Berlin oder Hamburg, nicht von ihrem Kurs abbringen. Durch erfundene oder unzulässige Wohnwertmerkmale werden die Mietspiegel unterlaufen und ungerechtfertigte Erhöhungen verlangt. Mieterhöhungen aus Dortmund, Dresden oder Stuttgart werden ebenfalls bald vor Gericht landen. „Wir raten den Mieterinnen und Mietern jede Mieterhöhung von ihrem örtlichen Mieterverein prüfen zu lassen. Leider werden viel zu viele unrechtmäßige Erhöhungen akzeptiert“, so Hans-Jochem Witzke.