Von Entspannung keine Spur

Die Wohnkosten steigen in weiten Teilen von Nordrhein-Westfalen unvermittelt weiter. Dies geht aus den heute veröffentlichten Wohnungsmarktprofilen der NRW.Bank hervor. „Die Wohnungspolitik der Landesregierung hat versagt“, bewertet Hans-Jochem Witzke, Vorsitzender des Deutschen Mieterbundes NRW, die Daten. „Bauen, Bauen, Bauen allein reicht nicht, um die Versorgung mit bezahlbarem Wohnraum sicherzustellen. Es muss gebaut werden, was gebraucht wird!“

So fehlen seit langem in den Metropolen, wie Bonn, Düsseldorf, Köln und Münster, zunehmend aber auch in weiten Teilen des Ruhrgebiets und in der Region zwischen Bielefeld, Paderborn und Lippstadt eine große Menge bezahlbarer Wohnungen, während in manchen ländlichen Regionen ein Wohnungsüberhang besteht. Aus den jetzt veröffentlichen Zahlen erkennt man, dass zwar nach wie vor große Unterschiede zwischen den einzelnen Regionen des Landes bestehen, die besonders teuren Bereiche um die großen Städte herum jedoch sowohl größer als auch angespannter werden.

Für Mieterinnen und Mieter ist diese Entwicklung schwierig, denn die Kluft zwischen denen, die sich eine Wohnung leisten können und jenen, die in die Röhre schauen, wird insbesondere in den Großstädten immer größer. Menschen mit geringeren und zunehmend auch mit mittlerem Einkommen werden regelrecht aus den Städten verdrängt.

„Es ist grundsätzlich begrüßenswert, dass das Land für die einzelnen Kommunen Daten erhebt und auswertet, um Schwerpunkte für die Bau- und Wohnpolitik festzulegen“, erklärt Hans-Jochem Witzke. „Allerdings muss die Landesregierung im nächsten Schritt auch ihre Hausaufgaben machen und erkennen, dass sich grundlegend etwas ändern muss“. Aus der erstmals seit längerem gesunkenen Einwohnerzahl kann man jedenfalls so lange keine Entspannung herleiten, wie die Anzahl der Haushalte nicht ebenso sinkt. Hierüber werden in den Wohnungsmarktprofilen keine Angaben gemacht.

Durch die Einführung der sogenannten „Mieterschutzverordnung“ wurden die Anwendungsbereiche von mietrechtlichen Instrumenten wie der Mietpreisbremse, die bei Neuvermietungen die Preise begrenzen soll und die Kappungsgrenze, die mögliche Mieterhöhungen bei bestehenden Mietverhältnissen reduziert, auf nur noch 18 von 396 Kommunen in NRW verringert. Viel zu wenig, wie die Wohnungsmarktmarkprofile zeigen.

Außerdem fordert der Deutsche Mieterbund NRW, dass das Fördervolumen der Wohnungsbauförderung erhöht und konzentrierter für den Bau von bezahlbaren Mietwohnungen eingesetzt wird und gemeinwohlorientierte Vermieter, die günstigen Wohnraum anbieten, gestärkt werden.

Die einzelnen Wohnungsmarkprofile stellt die NRW.Bank unter https://www.nrwbank.de/de/die-nrw-bank/research/wohnungsmarktprofile/ zur Verfügung.

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